Salutogenese als Führungshaltung in Organisationen

Konzeptionelles Working Paper von Simon Caspary (PDF)

Ein konzeptioneller Zugang zu Salutogenese, Kohärenz und Führung in Organisationen.
Das Working Paper von Simon Caspary ist als PDF verfügbar.

Organisationen stehen heute unter permanentem Veränderungsdruck. Komplexität, Unsicherheit, Beschleunigung und widersprüchliche Anforderungen prägen den Alltag von Führungskräften und Mitarbeitenden. Klassische Steuerungs- und Kontrolllogiken stoßen dabei zunehmend an ihre Grenzen.

Das konzeptionelle Working Paper „Salutogenese als Führungshaltung in Organisationen“ entwickelt eine gesundheitsorientierte Perspektive auf Führung, Organisation und Veränderung. Im Zentrum steht die Frage, wie Organisationen unter komplexen Bedingungen handlungsfähig, entwicklungsfähig und kohärent bleiben können – nicht trotz, sondern gerade angesichts von Unsicherheit und Wandel.

Salutogenese wird dabei nicht als Methode oder Tool verstanden, sondern als Haltung und Orientierungsrahmen. Führung wird als Beziehungsarbeit begriffen, Organisationen als lebendige soziale Systeme. Der Fokus liegt darauf, wie Kohärenz als Quelle von Bedeutsamkeit, Verständlichkeit und Handhabbarkeit im organisationalen Alltag wirksam gestaltet werden kann.

 

Inhaltlicher Fokus des Working Papers

Dieses Working Paper versteht Salutogenese nicht als Gesundheitsprogramm, sondern als Orientierungsrahmen für Führung und Organisationsgestaltung. Es verbindet den salutogenen Ansatz nach Aaron Antonovsky mit systemischem Denken und überträgt beide Ansätze auf organisationale Kontexte.

Zentrale Themen sind:

  • organisationale Gesundheit als dynamischer Zustand,
  • Kohärenz als Führungs- und Gestaltungsprinzip,
  • Führung als Beziehungsarbeit,
  • Konflikte als Entwicklungsmomente,
  • Veränderung als kohärenter Lernprozess,
  • Strukturen als Rahmen für Entwicklung, Stabilität und Lebendigkeit.

Der Fokus liegt nicht auf schnellen Lösungen, sondern auf einem vertieften Verständnis organisationaler Wirkzusammenhänge. Die Inhalte sind so aufbereitet, dass sie sowohl zur individuellen Reflexion als auch zur Anwendung in Teams, Führungsrunden und Entwicklungsprozessen genutzt werden können.

 

Für wen dieses Working Paper gedacht ist

Das Working Paper richtet sich an Menschen, die Organisationen nicht nur steuern, sondern verstehen und gestalten wollen, insbesondere an:

  • Führungskräfte und Unternehmer,
  • Organisationsentwickler,
  • Berater und interne Transformationsverantwortliche,
  • Coaches und Supervisoren,
  • Personen mit Verantwortung für Kultur, Gesundheit oder Veränderung.

Vorausgesetzt wird kein spezifisches Vorwissen zur Salutogenese, wohl aber Interesse an Reflexion, Zusammenhangsdenken und nachhaltiger organisationaler Entwicklung.

 

Zentrale Perspektive: Kohärenz

Im Mittelpunkt steht das Konzept der Kohärenz mit seinen drei Dimensionen:

  • Bedeutsamkeit: Arbeit wird als sinnvoll und relevant erlebt.
  • Verstehbarkeit:Zusammenhänge, Entscheidungen und Prozesse sind nachvollziehbar.
  • Handhabbarkeit:Anforderungen erscheinen bewältigbar und gestaltbar.

Das Working Paper zeigt, wie diese Dimensionen im Führungsalltag, in Konflikten, in Veränderungsprozessen und in organisationalen Strukturen konkret wirksam werden können.

Kohärenz wird dabei nicht als Harmonie verstanden, sondern als Fähigkeit, mit Spannung, Unterschiedlichkeit und Ambivalenz konstruktiv umzugehen.

 

Download des Working Papers (PDF)

Das Working Paper steht hier als PDF zum Download zur Verfügung.
Working Paper herunterladen: „Salutogenese als Führungshaltung in Organisationen“ (PDF)

 

Konzeptionelle Einordnung

Dieses Working Paper ist kein Ratgeber im klassischen Sinne und keine Sammlung von Methoden. Es versteht sich als Denk- und Reflexionsraum für Menschen, die Führung und Organisation jenseits reiner Effizienz- und Kontrolllogiken betrachten wollen.

Salutogenese wird nicht als Instrument begriffen, sondern als Perspektive auf Stimmigkeit, Beziehung und Entwicklungsfähigkeit. Die Inhalte sollen weniger überzeugen als zum Denken, Prüfen und Weiterentwickeln anregen. Gesundheit wird dabei nicht individualisiert, sondern als kollektive Qualität von Beziehungen, Strukturen und organisationaler Kultur verstanden.

 

Über den Autor

Simon Caspary beschäftigt sich mit den Dynamiken sozialer Systeme.
Seine Arbeiten beleuchten, wie Rollen, Erwartungen und Beziehungen Wirklichkeit formen – und wie Menschen in diesen Strukturen Identität, Orientierung und Handlungsspielräume erleben.
Im Mittelpunkt stehen Fragen der Kohärenz, der sozialen Ordnungen sowie der Bedingungen, unter denen Systeme Stabilität und Wandel zugleich ermöglichen.

Die salutogene Perspektive bildet dabei den theoretischen und praktischen Rahmen seiner Arbeit.

 

Häufige Fragen (FAQ)

  • Was bedeutet Salutogenese im organisationalen Kontext? Salutogenese beschreibt die Entstehung und Erhaltung von Gesundheit. Im organisationalen Kontext richtet sich der Blick auf Bedingungen, die Kohärenz, Handlungsfähigkeit und Entwicklung ermöglichen.
  • Ist das Working Paper praxisnah? Das Working Paper verbindet theoretische Konzepte mit konkreten Anwendungsbezügen aus Führung, Konfliktarbeit, Veränderungsprozessen und Strukturgestaltung.
  • Kann das Working Paper in Organisationen oder Trainings genutzt werden? Ja. Es eignet sich als Diskussions-, Reflexions- und Orientierungsgrundlage für Führungskräfte, Teams und Entwicklungsprozesse.
  • Warum wird das Working Paper als PDF bereitgestellt? Das Working Paper soll als Denkimpuls und Orientierungsrahmen frei zugänglich sein und zur Auseinandersetzung mit Führung und Organisation anregen.
  • Darf das Working Paper weitergegeben werden? Ja, unter der Voraussetzung, dass Inhalt und Autorenschaft unverändert bleiben.

Organisationen bleiben nicht handlungsfähig, weil sie perfekt gesteuert werden, sondern weil sie stimmig gestaltet sind. Salutogenese lädt dazu ein, Führung und Organisation neu zu betrachten: Organisationen als lebendige Systeme zu verstehen und Führung als bewusste Beziehungsgestaltung zu begreifen. Sie bietet Orientierung in einer Zeit, in der Kontrolle an ihre Grenzen stößt und Kohärenz zu einer zentralen Managementkompetenz wird.